Familienstreit im Tierreich
Der Zoo Neuwied liegt morgens in vorweihnachtlicher Stille da, als plötzlich aufgeregtes Gekreisch ertönt: Zwei Totenkopfäffchen jagen sich lautstark durch die Anlage. Alexandra Japes, die Pressesprecherin des Zoos, sieht das gelassen: „Bei den Totenkopfäffchen kommt es immer mal wieder zu Reibereien, wie bei allen anderen Primaten auch - einschließlich des Menschen. Und da Tiere ihre Differenzen nicht ausdiskutieren können, wird es dann eben auch mal laut im Gehege und es kommt zu Handgreiflichkeiten. Streit kommt eben in den besten Familien vor, nicht immer muss das ein Indikator für ein größeres Problem sein.“ Trotzdem wird natürlich immer genau beobachtet, ob sich die Situation von allein entspannt. „Das ist zum Glück in den allermeisten Fällen so“, beruhigt die Biologin. „Oft ist der Anlass für den Streit eine Kleinigkeit, wie zum Beispiel ein besonders leckeres Futterstück, das beide Tiere gerne hätten, oder ein Gruppenmitglied ist einem Jungtier zu nahe gekommen, welches dann von der Mutter verteidigt wird. Die aus solchen Situationen entstehenden Streitigkeiten sind ganz wichtig, um den Status der Tiere untereinander zu klären, und dürfen deshalb nicht unterbunden werden“, erklärt Japes. Besonders viele Kämpfe gibt es bei jungen Tieren. „Wer selbst Kinder hat weiß, dass Streit unter [...]