Über Alexandra Japes

Der Autor hat bisher keine Details angegeben.
Bisher hat Alexandra Japes, 67 Blog Beiträge geschrieben.

Familienstreit im Tierreich

Der Zoo Neuwied liegt morgens in vorweihnachtlicher Stille da, als plötzlich aufgeregtes Gekreisch ertönt: Zwei Totenkopfäffchen jagen sich lautstark durch die Anlage. Alexandra Japes, die Pressesprecherin des Zoos, sieht das gelassen: „Bei den Totenkopfäffchen kommt es immer mal wieder zu Reibereien, wie bei allen anderen Primaten auch - einschließlich des Menschen. Und da Tiere ihre Differenzen nicht ausdiskutieren können, wird es dann eben auch mal laut im Gehege und es kommt zu Handgreiflichkeiten. Streit kommt eben in den besten Familien vor, nicht immer muss das ein Indikator für ein größeres Problem sein.“ Trotzdem wird natürlich immer genau beobachtet, ob sich die Situation von allein entspannt. „Das ist zum Glück in den allermeisten Fällen so“, beruhigt die Biologin. „Oft ist der Anlass für den Streit eine Kleinigkeit, wie zum Beispiel ein besonders leckeres Futterstück, das beide Tiere gerne hätten, oder ein Gruppenmitglied ist einem Jungtier zu nahe gekommen, welches dann von der Mutter verteidigt wird. Die aus solchen Situationen entstehenden Streitigkeiten sind ganz wichtig, um den Status der Tiere untereinander zu klären, und dürfen deshalb nicht unterbunden werden“, erklärt Japes. Besonders viele Kämpfe gibt es bei jungen Tieren. „Wer selbst Kinder hat weiß, dass Streit unter [...]

Familienstreit im Tierreich2025-01-21T12:40:53+01:00

Erstzucht bei den Wickelskinken

Seit seiner Eröffnung im Jahr 2011 hat es im Exotarium, dem modernen Terrarienbereich des Zoo Neuwied, schon viele erfreuliche Zuchterfolge gegeben. „Es ist nur schade, dass die Zoobesucher die Jungtiere kaum sehen können, weil wir sie hinter den Kulissen ausbrüten und großziehen“, bedauert Tierpfleger Thorben Maur. „Wir können immer nur erzählen, dass wir erfolgreich züchten, aber sichtbar ist der Erfolg nicht.“ Der Grund für dieses Vorgehen ist das fehlende Brutpflegeverhalten der allermeisten Reptilien: Nach der Eiablage ist die Sache erledigt und die Eier werden sich selbst überlassen. Würden die Jungtiere in unmittelbarer Umgebung der erwachsenen Tiere schlüpfen, wie es in einem Terrarium der Fall wäre, bestünde die Gefahr, dass die Eltern den eigenen Nachwuchs als Beutetiere betrachten und fressen. Daher werden Reptilieneier in der Terraristik üblicherweise aus den Terrarien entnommen, im Inkubator bebrütet und die Jungtiere werden erst dann mit den Eltern zusammengesetzt, wenn sie groß genug sind, nicht mehr als Beute zu enden – in der Zoowelt werden sie dann jedoch meist schon an andere Einrichtungen weitergegeben. „Aber diesmal ist das anders“, freut sich Maur, der Revierleiter des Exotariums. „Die Wickelskinke, die aufgrund ihrer beachtlichen Größe und natürlichen Verbreitung auch ‚Salomonen-Riesenskinke‘ genannt werden, gehören [...]

Erstzucht bei den Wickelskinken2025-01-21T12:30:50+01:00

Zoo Neuwied erhält EAZA-Zertifizierung

Der Zoo Neuwied hat erfolgreich die Zertifizierung durch den Europäischen Verband für Zoos und Aquarien (EAZA) erworben und wurde als Vollmitglied anerkannt. „Der Zoo Neuwied erfüllt und übertrifft eindeutig die EAZA-Standards, und das Screening-Team war von den außergewöhnlichen Leistungen und Fortschritten der letzten Jahre äußerst beeindruckt“, erklärt Endre Papp, der Vorsitzende der Europäischen Vereinigung der Zoos und Aquarien. Das Zertifizierungskomitee äußerte sich positiv über das bemerkenswerte Engagement des Teams in den Bereichen Tierpflege, Gehegegestaltung und Umweltbildung. „Wir sind äußerst stolz auf diese Akkreditierung und freuen uns über die Anerkennung unserer Arbeit, zu der alle Mitarbeiter beigetragen haben“, so Zoodirektor Mirko Thiel. Der Prozess der Zertifizierung erstreckte sich über einen längeren Zeitraum und stellte für alle Mitarbeitenden eine zusätzliche Herausforderung dar, die sie neben ihren täglichen Aufgaben bewältigen mussten. Zootierpfleger, Techniker und die Zoologische Abteilung überprüften jede Anlage bis ins kleinste Detail auf die Einhaltung der Vorgaben. Ein umfassender Fragebogen mit 100 Fragen zu Themen wie Zuchtprogrammen, Artenschutzprojekten, medizinischer Versorgung und Nachhaltigkeit wurde im Vorfeld ausgefüllt. Während einer mehrtägigen Vor-Ort-Prüfung wurde der Zoo Neuwied von drei internationalen Prüfern intensiv begutachtet. Dabei lag der Fokus auf verschiedenen Aspekten der Haltung, Pflege und Zucht von Wildtieren sowie auf den [...]

Zoo Neuwied erhält EAZA-Zertifizierung2025-01-21T12:24:34+01:00

Die Wunschliste der Tiere

Wunschzettel schreiben gehört bei vielen Kindern, und manchem Erwachsenen, fest zum alljährlichen Vorweihnachts-Programm. Auch im Zoo Neuwied wird seit 2017 immer im November eine Wunschliste zusammengestellt: Statt Videospielen, Rennautos und Puppenhäusern stehen hier jedoch ganz andere Wünsche drauf. Tierpflegerinnen und Tierpfleger, Kuratoren, Handwerker und Tierärzte sammeln hier Dinge, die ihnen die Arbeit für und mit ihren tierischen Schützlingen erleichtern oder den Tieren selbst das Leben abwechslungsreicher, interessanter oder bequemer gestalten. „Im Gegensatz zu den meisten anderen Zoos in Deutschland muss sich der Zoo Neuwied zum größten Teil selbst finanzieren, da er privat geführt wird. Der Zuschuss aus der öffentlichen Hand zum laufenden Betrieb liegt bei weit unter 10%. Der sprichwörtliche Löwenanteil muss also selbst aufgebracht werden, hauptsächlich durch Eintrittsgelder und auch durch Spenden“, erklärt Zoodirektor Mirko Thiel. „Wir arbeiten daher sehr kostenbewusst, vergleichen die Preise für Futtermittel, Baumaterial und Dienstleistungen vor jeder Anschaffung ganz genau – an der Qualität können und wollen wir aber nicht sparen. Wir können die Tierhäuser und Gehege auch nicht einfach weniger heizen um die Energiekosten zu senken. Daher sparen wir, wie die meisten Menschen, eher am Luxus.“ Wobei die Luxusgüter eines Zoos nicht goldene Armbanduhren, Wochenendtrips oder teure Parfüms sind: [...]

Die Wunschliste der Tiere2024-11-08T10:34:11+01:00

Willkommen im Outback

Nach zweieinhalb Jahren Planung und Bau wurde im Zoo Neuwied heute eine neue Tieranlage eröffnet, die ihresgleichen sucht: Ein 1000 Quadratmeter großes, für Besucher begehbares Gehege für australische Vögel. „Bereits als der Zoo in den 70er Jahren noch ‚Tierpark Hubertushof‘ hieß, lag ein Haltungsschwerpunkt auf der australischen Fauna, wovon die größte Känguruherde Europas noch heute zeugt“, erinnert sich Zoodirektor Mirko Thiel. „Mit dieser Anlage schlagen wir also sozusagen die Brücke zwischen einer alten Tradition und moderner Tierhaltung.“ Die Baugenehmigung für die zum Teil aus Landesmitteln geförderte Anlage wurde bereits 2022 erteilt. Aufgrund der äußerst dynamischen Lage im Bausektor und Unklarheiten bezüglich der Statik verzögerte sich der Baubeginn jedoch, sodass erst 2023 mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden konnte. „Was als relativ simples Projekt angedacht war, hat zwischenzeitlich viele Nerven gekostet“, erinnert sich Dieter Neuer, der kaufmännische Geschäftsführer des Zoos, der als gelernter Architekt das Projekt für den Zoo koordiniert hat. „Umso glücklicher sind wir, dass die Anlage nun nach allen Komplikationen und Verzögerungen endlich fertig ist, und unser Zoo somit um eine Attraktion reicher.“ Jan Einig, der als Oberbürgermeister der Stadt Neuwied das Amt des Vorsitzenden des Fördervereins Zoo Neuwied e.V. bekleidet, eröffnete im Beisein [...]

Willkommen im Outback2024-11-08T10:28:05+01:00

Tierische Super-Sinne

Reglos liegt die große Schlange da, bis sie plötzlich den Kopf hebt und lautlos auf die Menschengruppe zugleitet, die in der Nähe hockt und sie beobachtet… „Wie die Schlange jetzt wahrgenommen hat, dass wir hier sind, kann ich nicht genau sagen.“ Eva Fritsch, die Zoopädagogin des Zoo Neuwied, erklärt: „Grundsätzlich verfügen Tiere über die gleichen Sinne wie wir: Sehen, Hören, Fühlen, Riechen und Schmecken.“ Die Sinne sind jedoch bei Tieren sehr unterschiedlich ausgeprägt: „Schlangen sind fast völlig taub, und bei Pythons wie unserem Netzpython sind auch die Augen nicht besonders gut. Dafür ist ihre taktile Wahrnehmung besonders fein ausgeprägt.“ Darunter versteht man alles, was mit dem größten Sinnesorgan aller Lebewesen, der Haut, wahrgenommen wird. Dazu zählen Berührungen, Schmerzreize und Temperaturreize. „Die Mechanorezeptoren von Schlangen, die also Berührungen und Druck wahrnehmen, erspüren feinste Vibrationen im Boden und verraten so die Anwesenheit von Beutetieren oder Feinden“, weiß die Zoopädagogin. „Außerdem sind die Thermorezeptoren, anders als bei uns Menschen, nicht einigermaßen gleichmäßig über den Körper verteilt, sondern liegen in speziellen Temperaturgruben entlang des Mauls des Python sehr stark gebündelt vor. Mit diesen Gruben kann die Schlange feinste Temperaturunterschiede in der Umgebung erkennen – ich stelle mir das vor [...]

Tierische Super-Sinne2024-10-17T10:55:02+02:00

Umzug nach Down Under

Rote Felsen, rotbrauner Sand, „Kangaroo Crossing“-Schilder und dazu das Gekreische zahlloser Sittiche – nur das feuchtkalte Wetter passt so gar nicht zur australisch anmutenden Umgebung. Abgesehen davon ist die Illusion fast perfekt: „Uns war wichtig, dass Besucher sich nicht einfach nur frei zwischen verschiedenen australischen Vögeln bewegen können, sondern sich wirklich nach Australien versetzt fühlen. Das ist dann nochmal ein ganz anderes, intensiveres Erlebnis“, beschreibt Kurator Maximilian Birkendorf die Idee hinter dem neuesten Projekt des Zoo Neuwied, welches kurz vor der Vollendung steht. Die Großvoliere wurde zentral im Zoo in der Nähe des Spielplatzes errichtet und ist, neben dem Streichelzoo, das erste Gehege, in das Besucher zu den Tieren hineingehen können. In der naturnah gestalteten, rund 1000 Quadratmeter großen Voliere bewegen sich Besucher auf breiten, barrierefrei angelegten Wegen zwischen den Tieren. Fast 200 Vögel werden in dem Gehege leben, neben den für Australien typischen Wellen- und Nymphensittichen auch Kakadus, Diamanttäubchen und die bodenbewohnenden Maskenkiebitze. Die ersten sind schon da: „Damit die Tiere bei der Eröffnung ein natürliches, entspanntes Verhalten zeigen ist es wichtig, dass sie vorher ausreichend Zeit haben, sich an ihre neue Umgebung und neue Mitbewohner zu gewöhnen“, erklärt Birkendorf. „Beim Einsetzen der Tiere [...]

Umzug nach Down Under2024-10-10T13:49:18+02:00

Nesthocker-Nachwuchs

Heiseres Krächzen begrüßt die Besucher des Zoo Neuwied aktuell, wenn sie sich der großen Voliere nähern, die sich die bedrohten Wollhalsstörche mit den Nachtreihern teilen. Um dessen Ursprung zu finden muss man den Kopf etwas in den Nacken legen: „Die Asiatischen Wollhalsstörche bauen ihre Nester, wie unsere einheimischen Weißstörche auch, gern hoch oben“, weiß Tierpflegerin Martina Hartung. Aktuell sitzen im Nest zwei Küken, die Ende August geschlüpft und seitdem schon ordentlich gewachsen sind – und immer Hunger haben. „Stelzvögel gehören zu den Nesthockern, ihre Küken kommen also hilflos und fast unbefiedert zur Welt und verbringen die ersten Lebenswochen im Nest, bis sie ihr erstes richtiges Federkleid entwickelt haben und groß und stark genug sind, das Nest zu verlassen“, erklärt die Revierleiterin. „Nesthocker-Küken sehen in den Augen der meisten Leute zwar nicht so niedlich aus wie kleine Hühner- oder Gänseküken, die als Nestflüchter von Anfang an flauschig befiedert durch die Gegend laufen. Dafür kann man bei unseren Nesthockern aber wunderbar das elterliche Brutpflegeverhalten beobachten. Die Küken betteln laut rufend, und die Altvögel kommen und versorgen ihren Nachwuchs mit Futter – das ist total interessant anzuschauen“, findet die Tierpflegerin. Ähnliches lässt sich derzeit auch am Kranichufer beobachten, [...]

Nesthocker-Nachwuchs2024-09-19T13:15:11+02:00

Tierisch inklusiv

Schon früh am Morgen, bevor die Besucher in den Zoo Neuwied strömen, ist in den Gehegen viel los: Der Streichelzoo wird gefegt, die Roten Varis bekommen ihr Frühstück, in der Südamerikahalle und im Exotarium werden die Scheiben der Gehege geputzt, Futterlaub für die Wirbellosen wird geschnitten, bei den Gänsen wird saubergemacht und im Huftierstall wird ausgemistet. All diese tierpflegerischen Arbeiten werden wochentags von ganz besonderen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ausgeführt: Schon seit fast 15 Jahren ist der Zoo Neuwied Einsatzort einer ausgelagerten Arbeitsgruppe aus Werkstattbeschäftigten des Heinrich-Hauses. „Viele aus der Arbeitsgruppe sind schon seit über 10 Jahren im Zoo beschäftigt, andere sind erst nach und nach dazu gekommen“, erzählt Alexandra Japes. Eines haben sie laut der Pressesprecherin des Zoos aber alle gemeinsam: „Sie sind eine echte Unterstützung für uns. Die meisten werden dauerhaft in den gleichen Revieren eingesetzt. Dadurch kennen sie die täglichen Routinen und führen diese mit der Zeit zunehmend selbstständig aus. Das gibt unseren Fachkräften in der Tierpflege größere Flexibilität, Sonderarbeiten in ihren Tagesablauf zu integrieren und auf Unvorhergesehenes zu reagieren.“ Koordiniert wird die Arbeitsgruppe von Betreuer Uwe Backes. Er ist stolz darauf, die Gruppe in den letzten Jahren kontinuierlich vergrößert zu haben: „Nicht jeder [...]

Tierisch inklusiv2024-09-19T13:10:48+02:00

Ein neuer Star im Zoo

Seit ein paar Tagen mischt sich in den vielstimmigen Chor, der Besuchern am Avimundo entgegenschallt, eine neue Vogelstimme. In der Vogelwelt am südwestlichen Rand des Zoo Neuwied ist auf der afrikanischen Seite der Volierenreihe mit dem Dreifarben-Glanzstar eine neue Art eingezogen. Der auffällige, mehrfarbig schillernde Singvogel wohnt gemeinsam mit Kronenkiebitzen und Von-der-Decken-Tokos, mit denen er auch in der Natur in weiten Teilen seines Verbreitunggebietes den Lebensraum teilt, in der großen Ostafrika-Voliere. „Solche Vergesellschaften mehrerer unterschiedlicher Arten, die im gleichen Lebensraum vorkommen, streben wir in Zoos an, wo immer es geht“, erklärt Maximilian Birkendorf. „Dadurch wird nicht nur die Beobachtung der Tiere für die Menschen interessanter, es ist auch zoopädagogisch sinnvoll, weil es die natürlichen Beziehungen verschiedener Arten untereinander abbildet, wie wir sie in jedem Ökosystem finden. Und nicht zuletzt bedeutet das Zusammenleben mit anderen Arten immer auch Abwechslung und neue Reize für die Tiere und ist somit vorteilhaft fürs Tierwohl. Zu beachten ist dabei natürlich, dass sich die Tiere nicht gegenseitig stören oder sich am Futter der anderen bedienen“, betont der Kurator. Die attraktiven Glanzstare sind Weichfresser, die hauptsächlich Früchte, Beeren und kleine Insekten fressen, während die deutlich größeren Tokos sich überwiegend von kleinen Wirbeltieren, [...]

Ein neuer Star im Zoo2024-09-19T13:01:04+02:00
Nach oben