Über Franziska Waked

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Kleine Beutegreifer – Große Besucherlieblinge

Der Tag ist wolkenverhangen und ungewöhnlich kühl für Anfang Juli. „Das finden nicht nur wir Menschen blöd, auch unseren Erdmännchen gefällt das gar nicht“, behauptet Alexandra Japes. „Sie sind schließlich an ganz andere Temperaturen angepasst. Ihr natürlicher Lebensraum sind Savannen- und Wüstengebiete im südlichen Afrika. Auch wenn unsere Erdmännchen natürlich schon seit vielen Generationen in europäischen Zoos wie dem Zoo Neuwied leben, fühlen sie sich trotzdem immer noch bei Sonnenschein und Hitze am wohlsten. Anders als viele andere Tiere, die sich dann in den Schatten zurückziehen, setzen sich die Erdmännchen dann mitten in die Sonne, machen die Augen zu und lassen sich den Bauch wärmen. Gedanklich vervollständige ich das Bild dann gerne mit einer winzigen Sonnenbrille und einem kühlen Getränk. Ab und zu kommt es sogar vor, dass die Tiere dabei so sehr entspannen, dass sie einnicken und umkippen“, erzählt die Biologin grinsend. Es sind gerade solche menschlich anmutenden Verhaltensweisen, die die Erdmännchen zu den absoluten Besucherlieblingen in den Zoos machen. Ihnen wurde sogar ein eigener Tag gewidmet: Am 03. Juli ist internationaler Erdmännchen-Tag. Allein in Europa gibt es über 600 Haltungen in Zoos und Tierparks – dabei sind Erdmännchen nicht bedroht. „Erdmännchen haben einen [...]

Kleine Beutegreifer – Große Besucherlieblinge2024-07-07T08:51:07+02:00

Huftiere im Miniformat

Die strukturreiche, grasbewachsene Fläche liegt im hellen Sonnenschein. Jonas Feinkohl, Tierpfleger im Zoo Neuwied und für das 2023 neu eröffnete Kranichufer zuständig, hat Teile der Wiese extra morgens noch gemäht – „Damit die Besucher auch eine Chance haben, die beiden zu sehen“, wie er sagt. Gemeint sind die zwei Antilopenkälber, die Ende Mai hier geboren wurden und sich wie ihre Eltern gern im hohen Gras verstecken. Das können sie leicht, denn es handelt sich um Kirk-Dikdiks: Diese afrikanischen Zwergantilopen erreichen ausgewachsen eine maximale Schulterhöhe von rund 40 cm. „Die Jungtiere waren anfangs echt winzig“, erzählt der Revierleiter „bei der Erstversorgung wogen sie ungefähr 600 Gramm. Zum Glück können die gleich nach der Geburt laufen und fliehen, wenn Gefahr droht. Sonst müssten wir hier echt bei jedem Schritt aufpassen, dass wir nicht drauftreten.“ Es ist das erste Mal, dass die Zwergantilopen, die der Zoo Neuwied erst seit 2023 hält, erfolgreich Jungtiere großziehen. Neben den beiden Jungtieren hält der Zoo aktuell zwei Weibchen und einen Bock, der sich durch seine kurzen, geraden Hörner von den Weibchen unterscheidet. „Die beiden Kälber sind beide weiblich“, verrät Zoodirektor Mirko Thiel. „Das ist in der Regel ein Grund zur Freude bei [...]

Huftiere im Miniformat2024-07-07T08:46:29+02:00

Ein besonderer Abend für besondere Besucher

Während die Sonne langsam sank, stieg im Zoo Neuwied die Stimmung einer Schar ganz besonderer Besucher: am 07. Juni hatte der Zoo Neuwied bereits zum 16. Mal zur „Dreamnight at the Zoo“ eingeladen. An dieser Aktion nehmen weltweit über 250 zoologische Einrichtungen in 36 Ländern teil und öffnen nach Ende der regulären Besuchszeit ihre Tore für Gäste, die einen Zoobesuch aufgrund ihrer besonderen Bedürfnisse sonst nicht genießen können. „Die Veranstaltung richtet sich an chronisch kranke und behinderte Kinder und ihre Familien“, erklärt Eva Fritsch, die die diesjährige Dreamnight organisiert hat. „Diese laden wir über ihre jeweiligen Einrichtungen wie Förderschulen- und Kindertagesstätten, Heiltherapeutische Zentren und Kliniken ein. Dabei wechseln wir die Einrichtungen jährlich, sodass wir möglichst vielen Kindern und Familien aus der Umgebung diesen besonderen Abend ermöglichen können.“ Knapp 600 Gäste folgten der Einladung in diesem Jahr – „Wir limitieren die Anzahl ganz bewusst, damit es nicht zu Gedränge kommt, denn das würde das Erlebnis schmälern. Die Zahl ist so gewählt, dass an diesem Abend jeder Gast an allen Aktionen teilnehmen und alle Angebote stressfrei auskosten kann“, sagt die Zoopädagogin. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer aus der Belegschaft und dem Förderverein des Zoos ermöglichten es, dass sich die [...]

Ein besonderer Abend für besondere Besucher2024-06-20T13:24:51+02:00

Spatenstich für die Seehundanlage

Begleitet von Hintergrundgeräuschen wie Löwengebrüll und Papageiengeschrei steht eine Gruppe offiziell gekleideter Menschen im Kreis um einen zum Rednerpult umfunktionierten Stehtisch herum – in einer Baugrube. Der Anlass: Der Zoo Neuwied hat eingeladen zum Spatenstich für die neue Seehundanlage. Oberbürgermeister Jan Einig, der in seiner Funktion als erster Vorsitzender des Fördervereins Zoo Neuwied e.V. den Termin eröffnete, begrüßte die Anwesenden und berichtet über das geplante Projekt: „Der Neubau der alten Seehundanlage aus den 90er Jahren ist das größte Bauprojekt in der Geschichte unseres Zoos. Die alte Anlage war marode und nicht mehr zu retten – da die Seehunde und die regelmäßigen Präsentationen jedoch zu den Besucherhighlights gehören, dürfen sie in unserem Zoo nicht fehlen.“ Die neue Anlage wird durch mehr Platz und eine durchdachte Gehegestruktur sowie eine moderne Salzwasser-Filteranlage eine enorm verbesserte Haltung der Meeressäuger ermöglichen. Gleichzeitig wird auch das Erlebnis für die Besucher durch große, barrierefrei zugängliche und beschattete Tribünen auf ein ganz neues Level gebracht. Und auch seinem Umweltbildungsauftrag kann der Zoo durch das neue Projekt in noch größerem Umfang als bisher gerecht werden, denn ein eigener Besucherraum für ein interaktives, immersives Lernerlebnis ist Bestandteil des Bauvorhabens. Möglich ist der Neubau nur durch [...]

Spatenstich für die Seehundanlage2024-06-20T13:19:18+02:00

Kämmen, Knabbern, Kraulen

„Guck mal Mama, die Affen lausen sich!“ Biologin Alexandra Japes steht am Wassergraben der Schimpansenanlage des Zoo Neuwied und beobachtet, genau wie die Familie neben ihr, die Menschenaffen bei der gegenseitigen Körperpflege – und schüttelt lächelnd den Kopf: „Was landläufig oft als ‚Lausen‘ bezeichnet wird, nennt man in der Fachsprache ‚groomen‘. Das bedeutet ‚pflegen‘, und schließt damit alle Körperpflegehandlungen bei Tieren mit ein. Dazu gehört zwar auch die Entfernung von Ektoparasiten wie Läusen - die haben wir hier im Zoo durch unsere tierärztliche Prophylaxe aber gar nicht. Trotzdem beobachten wir die gleichen Verhaltensweisen bei unseren Tieren, wie sie auch ihre wilden Verwandten zeigen.“ Zoologen unterscheiden zwischen Auto- und Allogrooming, also der Pflege des eigenen Körpers im Unterschied zur gegenseitigen Pflege. „Während beim Autogrooming ganz klar die eigentliche Körperpflege im Vordergrund steht, also zum Beispiel die Entfernung von Schmutzpartikeln, Hautschüppchen oder Verknotungen im Fell, hat das gegenseitige Grooming vor allem eine soziale Komponente“, weiß Japes. „Gegroomt werden erhöht das Wohlbefinden des Empfängers und stärkt so die Bindung zwischen den beiden Tieren. Das müssen dabei nicht unbedingt verwandte Tiere oder Sexualpartner sein: Gerade bei Primaten nutzen rangniedere Gruppenmitglieder Grooming auch oft als Mittel, sich die Gunst der [...]

Kämmen, Knabbern, Kraulen2024-06-20T13:15:44+02:00
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