Spatenstich für die Seehundanlage

Begleitet von Hintergrundgeräuschen wie Löwengebrüll und Papageiengeschrei steht eine Gruppe offiziell gekleideter Menschen im Kreis um einen zum Rednerpult umfunktionierten Stehtisch herum – in einer Baugrube. Der Anlass: Der Zoo Neuwied hat eingeladen zum Spatenstich für die neue Seehundanlage. Oberbürgermeister Jan Einig, der in seiner Funktion als erster Vorsitzender des Fördervereins Zoo Neuwied e.V. den Termin eröffnete, begrüßte die Anwesenden und berichtet über das geplante Projekt: „Der Neubau der alten Seehundanlage aus den 90er Jahren ist das größte Bauprojekt in der Geschichte unseres Zoos. Die alte Anlage war marode und nicht mehr zu retten – da die Seehunde und die regelmäßigen Präsentationen jedoch zu den Besucherhighlights gehören, dürfen sie in unserem Zoo nicht fehlen.“ Die neue Anlage wird durch mehr Platz und eine durchdachte Gehegestruktur sowie eine moderne Salzwasser-Filteranlage eine enorm verbesserte Haltung der Meeressäuger ermöglichen. Gleichzeitig wird auch das Erlebnis für die Besucher durch große, barrierefrei zugängliche und beschattete Tribünen auf ein ganz neues Level gebracht. Und auch seinem Umweltbildungsauftrag kann der Zoo durch das neue Projekt in noch größerem Umfang als bisher gerecht werden, denn ein eigener Besucherraum für ein interaktives, immersives Lernerlebnis ist Bestandteil des Bauvorhabens. Möglich ist der Neubau nur durch [...]

Spatenstich für die Seehundanlage2024-06-20T13:19:18+02:00

Kämmen, Knabbern, Kraulen

„Guck mal Mama, die Affen lausen sich!“ Biologin Alexandra Japes steht am Wassergraben der Schimpansenanlage des Zoo Neuwied und beobachtet, genau wie die Familie neben ihr, die Menschenaffen bei der gegenseitigen Körperpflege – und schüttelt lächelnd den Kopf: „Was landläufig oft als ‚Lausen‘ bezeichnet wird, nennt man in der Fachsprache ‚groomen‘. Das bedeutet ‚pflegen‘, und schließt damit alle Körperpflegehandlungen bei Tieren mit ein. Dazu gehört zwar auch die Entfernung von Ektoparasiten wie Läusen - die haben wir hier im Zoo durch unsere tierärztliche Prophylaxe aber gar nicht. Trotzdem beobachten wir die gleichen Verhaltensweisen bei unseren Tieren, wie sie auch ihre wilden Verwandten zeigen.“ Zoologen unterscheiden zwischen Auto- und Allogrooming, also der Pflege des eigenen Körpers im Unterschied zur gegenseitigen Pflege. „Während beim Autogrooming ganz klar die eigentliche Körperpflege im Vordergrund steht, also zum Beispiel die Entfernung von Schmutzpartikeln, Hautschüppchen oder Verknotungen im Fell, hat das gegenseitige Grooming vor allem eine soziale Komponente“, weiß Japes. „Gegroomt werden erhöht das Wohlbefinden des Empfängers und stärkt so die Bindung zwischen den beiden Tieren. Das müssen dabei nicht unbedingt verwandte Tiere oder Sexualpartner sein: Gerade bei Primaten nutzen rangniedere Gruppenmitglieder Grooming auch oft als Mittel, sich die Gunst der [...]

Kämmen, Knabbern, Kraulen2024-06-20T13:15:44+02:00
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